Die Spatzenkolonie streichen, einlassen

Ab und an wird nachgefragt ob die Spatzenkolonie noch mit Holzschutzmitteln bearbeitet werden muss. Nein, muss nicht sein, darf aber!

Da die Kolonie nicht, wie ein Zaunpfahl, in der Erde steckt, kann das Holz atmen. Es wird feucht und trocknet auch wieder ab, kann die Schimmelpilze selbst los werden. So lange dieser Prozess vom abtrocknen gegeben ist, hält das Holz ziemlich lange auch ohne Behandlung.

Schadet es wenn man die Spatzenkolonie behandelt? Nein, schaden tut es nicht.

Das Spatzenhaus (wie jede andere Nisthilfe) darf nicht im Nistbereich behandelt werden. Von außen kann die Kolonie mit Lasur oder Leinöl behandelt werden. Man beugt damit eventueller Staunässe oder anderen schädigenden Umwelteinflüssen, wie UV-Licht, vor.

Unsere Kolonien sind am größten Schwachpunkt jeder Kolonie, am Dach, bereits mit witterungsfester und umweltfreundlicher Lasur bearbeitet. Die Kolonien mit einem Dach aus Siebdruckplatte sind sowieso an diesem Schwachpunkt bestens geschützt.

Der Tipp unserer Schreinerei: Wenn denn behandelt wird dann mit Leinöl / Leinölfirnis oder Lasur. (siehe Tipps am Ende des Artikels)

Leinöl, Lasur, Öle oder Wachs?

Zum behandeln der Spatzenkolonie stehen zunächst zwei Mittel im Vordergrund, Leinöl oder eine Lasur.

Es gibt aber noch andere Möglichkeiten die immer wieder ins Spiel gebracht werden oder angefragt werden.

Hier der Versuch den Dschungel eines sehr komplizierten Themas etwas zu lichten.

Es gibt zwei Dinge die betrachtet werden müssen. Dringt das Mittel in die Holzporen ein? Wie wird die Oberfläche geschützt?

Leinöl / Leinölfirnis

Leinöl ist ein Öl aus Leinsamen (reifer Samen des Flachs). Es ist in der Ernährung wertvoll und wird gerne mit Olivenöl verglichen. Leinöl wird sehr häufig eingesetzt und findet zum Beispiel in Kosmetika Verwendung.

Das Leinöl das zum behandeln von Holz angeboten wird ist weiter mit Zusätzen verarbeitet und nicht für die Ernährung gedacht. 

Man kann zur Pflege des Holzes das normale Leinöl aus der Küche verwenden. Allerdings muss man Geduld mitbringen. Bis das Öl ausgehärtet dauert es 2-10 Wochen und ist abhängig von Sauerstoff und Licht.

Deshalb fügt man den Leinölen für die Holzbehandlung Trockenstoffe hinzu. Die Palette der möglichen, eingesetzten Stoffe ist lang und umfasst Dinge wie Mangan, Zink oder Lösungsmittel. Des weiteren kommen auch Harze, verschiedene Wachse oder Terpentin aus Kiefern zum Einsatz.

Oft wird Leinöl nochmal im Verarbeitungsvorgang gekocht was die Härtungseigenschaften verbessert. Dann spricht man von einem Leinöl-Firnis.

Leinöle ohne Lösungsmittel werden Öko-Test als harmlos beschrieben und sind auch für die Behandlung von Kinderspielzeug zugelassen. Die behandelten Flächen sind speichelfest und für den Lebensmittelbereich geeignet.

Leinöl ist nach der Aushärtung zäh-elastisch und macht die Bewegungen des Holzes mit. Man sagt auch dass das Holz offenporig und diffusionsdurchlässig ist.

Achtung beim Verarbeiten von Leinöl. Die verwendeten Werkzeuge wie Pinsel oder Lappen gut auswaschen oder in einem luftdichten Gefäß aufbewahren. Leinöl hat einen niedrigen Zündpunkt und kann sich beim abbinden selbst entzünden. Das trifft nicht mehr zu wenn Leinöl aushärtet und verarbeitet ist, sprich abgebunden ist.

Mit Leinölfirnis können ebenso Metalle und Steine behandelt werden.

(siehe auch  Artikel über Holzpflege)

Öle aus der Küche

Generell muss man sagen dass Öle aus der Küche nur bedingt bis gar nicht zum Holzschutz geeignet sind. Diese Öle härten nicht aus (Ausnahme Leinöl) und weichen die Holzfaser eher auf. Durch das dass sie in die Holzfaser eindringen aber nicht aushärten wird das Holz schwammig, bietet beste Grundlagen für Schimmelpilze und riecht mit der Zeit ranzig.

Nussöle und andere Öle werden gerne mit Wachsen und anderen Mitteln kombiniert und sind als Holzschutz geeignet. Siehe auch Hartöle

Hartöle, Hartwachsöle, Wachsöle, Holzöle

Öle zum Holzschutz sind stets eine Mischung aus Ölen, Wachs und/oder Lösungsmitteln. Diese Mischung entscheidet ob das Produkt für den Außenbereich geeignet ist.

Die Bezeichnungen sind oft verwirrend und nicht immer eindeutig.

Hartöl

Hartöl ist Leinöl das durch aufkochen speziell behandelt wurde und dem verschiedene Harze und Wachse zugesetzt wurden.  Hartöle sind für stark beanspruchte Oberflächen und für den Außenbereich geeignet. Sie dringen in das Holz ein und bilden eine strapazierfähige Oberfläche / Versiegelung. Diese harte Oberschicht ist aber auch anfällig für Risse und Abblätterung.

Hartwachsöl = Öl plus Wachs

Das Öl dringt in das Holz, das Wachs hinterlässt einen Film an der Oberfläche. Diese Öle sind eher für den Innenbereich gedacht, also nicht für die Spatzenkolonie geeignet.

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Holzöle und ihre Bestandteile

Ein Holzöl ist ein Öl als Basis (Bindemittel genannt) mit der Zugabe von Lösemitteln, Farbpigmenten und weiteren Komponenten. Also Basis kommen Leinöl, Sojaöl und viele mehr in Betracht, bzw. deren weiter verarbeiteten Produkte (Harze).

Das Öl dringt in die Poren ein und je nach Komponenten entsteht ein Oberflächenfilm. Holzöle gibt es für den Innen- und Außenbereich.

Bienenwachs

Bienenwachsprodukte sind generell nur für den Innenbereich geeignet.

Wachs pur lässt sich nur schwer verarbeiten und bleibt an der Oberfläche. Daher werden viele Bienenwachsprodukte mit Ölen, Terpentin und anderen Lösungsmitteln verarbeitet. So erhält man ein Produkt das dem einer Schuhcreme ähnlich ist.

Die Ölanteile dringen in das Holz, das Wachs bleibt an der Oberfläche und bildet eine Schicht.

In diesem Bereich gibt es Wachse die sind sehr natürlich*und Produkte die bedenklich sind.

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Lasur

Prinzipiell gibt es Dünnschicht- und Dickschichtlasuren.

Dünnschichtlasuren ziehen in das Holz ein, die Holzstruktur bleibt sichtbar und die Atmungsaktivität des Holzes wird nicht behindert. Ein Nacharbeiten nach Jahren ist einfach. Dünnschichtlasuren basieren oft auf Leinöl. Des weiteren werden Lösemittel und Pigmente hinzu gefügt. Hervorragend für die Spatzenkolonie geeignet.

Lack hat RisseDickschichtlasuren sind wie Lack, sie lagern an der Oberfläche einen Film ab, dringen nicht so sehr ins Holz ein. Sie behindern die Atmungsaktivität des Holzes. Im Laufe der Zeit blättert diese Schicht ab und muss aufwendig neu gestrichen werden.

Es empfiehlt sich für die Kolonien eine Dünnschichtlasur, am besten auf Wasserbasis zu verwenden. Des weiteren wird gerne empfohlen zwei mal zu streichen.

Unsere Empfehlungen

Unsere Empfehlung ist Leinöl oder eine Lasur. Geht es um die Verarbeitung und die mögliche Brandgefahr, so hat die Lasur die Nase vorne. Lasuren sind problemlos zu Verarbeiten und trocknen schnell ab.

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