Heute ist Weltspatzentag. Diesen Tag gibt es seit 2010 und findet immer am 20. März statt.

Der Rückgang der Spatzen ist nicht nur ein Problem in Deutschland, der Rückgang der Sperlinge kann man auf der ganzen Welt beobachten.

In Deutschland steht der quirlige Kulturfolger (Haussperling wie Feldsperling) auf der roten Vorwarnliste. In Großbritannien steht er auf der roten Liste.

Die Ursachen

Die Ursachen des Rückgangs sind bekannt. Der Spatz / Haussperling ist Kulturfolger und nistet in und am Haus.

Doch das wird ihm immer mehr erschwert. Folgende Gründe und Ursachen sind hauptsächlich ausgemacht:

  • Hohe Baudichte einhergehend mit der energetischen Sanierung die keinen Platz mehr lässt.
  • Fehlendes Bewusstsein, immer noch werden Niststellen am Gebäude auch während der Brutsaison dicht gemacht. Das ist verboten, eine Anzeige ist angebracht.
  • Zwar gibt es eine Pflicht der Ersatznistplätze, doch es gibt keine Kontrollen. Meist ist das nur privatem Engagement zu verdanken.
  • Fehlende Regelung Nistplätze bei einer energetischen Sanierung zu schaffen. Das können zum Beispiel Niststeine sein die sich recht einfach in die Fassade integrieren lassen.
  • Umfeld wird immer unnatürlicher. Viele Gartenbesitzer könnten Gutes tun und zum Beispiel heimische Pflanzen verwenden. Exotische Pflanzen nützen im Grunde gar nichts für Insekten, die Nahrungsgrundlage in der Brutsaison. Man kann von einer „Baumarktisierung“ der üblen Art sprechen.
  • Durch den Entzug der Nahrungsgrundlage (Insekten) wäre eine Ganzjahresfütterung notwendig. Dabei auf das richtige Futter achten. Sonnenblumenkerne im Sommer sind weniger gut bis schädlich.
  • Die Landwirtschaft hat einen hohen Anteil am Artenrückgang. Das ist gesichertes Wissen, dennoch stößt man ständig auf Widerstand wenn man dieses anspricht. In manchen Gegenden gibt es ein Ackerrandstreifenprogramm und man kann sogar Pate werden.

Wie kann man helfen?

Wenn Sie auf diesen Seiten sind haben Sie sich schon Gedanken gemacht. Nisthilfen wie Spatzenkolonien sind ein hervorragender Anfang aber noch nicht das Ende.

Die Schaffung einer naturnahen Umgebung und Futterquellen runden das Angebot für den Sperling ab.

Naturnahe Umgebung sind zum Beispiel ein:

  • Garten mit heimischen Pflanzen
  • Wildwuchsecken
  • Hecken die gerne als Schutz genommen werden
  • Bepflanzte Balkone (keine Geranien, da gibt es kaum Insekten)

Aber man kann auch andere Dinge tun wie:

  • Pate werden bei Ackerrandstreifen-Programme
  • Andere Leute unterstützen wenn man selbst keine Möglichkeit hat
  • Während der Brutsaison mit entsprechendem Futter zufüttern und auf eine Ganzjahresfütterung umsteigen

Zahlen und Fakten

Bremen hat vor Jahren noch Reden von sich gemacht weil dort der Spatz mehr oder weniger verschwunden war.

Inzwischen steht München dem in nichts mehr nach. Gab es im Jahre 2010  noch 3,8 Spatzen per Garten, so sind es heute nur noch 0,9 Haussperlinge per Garten. In den Jahren vor 2010 hatte sich der Bestand schon halbiert.

Bei der Zählung der Gartenvögel (bundesweite Aktion) waren es dieses Jahr 4,5 Sperlinge per Garten, in den Jahren zuvor waren es 6,2.

War der Spatz der Allerweltsvogel und überall anzutreffen so ist die Kohlmeise inzwischen der häufigste Vogel in den Gärten.

Man kann nur hoffen dass der Weltspatzentag nicht eines Tages zum Gedenktag wird und der Sperling nicht mehr ist.