Veröffentlicht am 03.11.11
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Sie haben einen Spatz gefunden und wollen helfen.

Zunächst, wir sind keine Spezialisten in Vogelpflege. Die Seite besteht aus dem Grund, dem Spatz mehr Nistmöglichkeiten zu schaffen.
Da wir aber immer wieder angefragt werden haben wir, mit Unterstützung der Leser, einige Tipps zusammen gestellt.

 

Benötigt der Vogel Hilfe und Sie entschließen sich, dieses zu tun, so kann die Pflege über Wochen gehen. Diese Zeit sollten Sie haben, wenn nicht, so ist es besser diesen Vogel in eine Auffangstation zu geben. Eine Liste der Auffangstationen gibt es auf der Seite der Wildvogelhilfe.

 

Für die Ersthilfe und die Aufzucht hier einige Tipps. Dabei ist immer zu unterscheiden zwischen Jung- und Altvogel.

 

Es gilt: Nicht jeder am Boden sitzende Vogel ist verletzt und benötigt Hilfe. Auf gar keinen Fall benötigt dieser Vogel Hilfe in der Art “Flughilfe” in Form von “in die Höhe werfen”. Könnte er fliegen, dann wäre er schon längst davon geflogen, wenn Sie sich nähern.

 

Häufig findet man Jungvögel nach einem Sturm. Es ist nicht ausgeschlossen, dass man dann mehrere Jungvögel aus dem Nest findet. Ist das Nest zerstört und man bemerkt keine Altvögel in der Umgebung ist das normalerweise der sichere Tod des Jungvogels.



Ruhe bewahren und Ruhe geben. Hektische Bewegungen und Aufregung nimmt der Vogel wahr und sieht dieses als Gefahr. Geben Sie dem Vogel Sicherheit und versuchen Sie so wenig wie möglich an Aufregung zu übertragen.

 

Wärme: Fühlt sich der Vogel kalt an? So nehmen Sie den Vogel in die hohlen Hände und hauchen diesen solange an, bis der Vogel sich warm anfühlt. Legen Sie den Vogel in ein Nest aus weichen Tüchern, so dass der Vogel das warme Nestgefühl hat.


Verletzungen: Hat der Vogel offensichtiche Verletzungen, so ist ein Antibiotikum notwendig um Entzündungen zu vermeiden. Diese gibt es beim Tierarzt.


Nahrung: Die Nahrung für Alt- und Jungvögel unterscheidet sich wesentlich. Altvögel sind "Allesfresser" und Körnerfresser. Jungvögel benötigen eiweißreiche Nahrung.


Trinken: Trinken ist genauso wichtig wie Nahrung. Sie können bei der Ersthilfe eine Traubenzuckerlösung verabreichen. Wenn der Vogel die Flüssigkeit nicht selbst nimmt, so diese Lösung (10% Traubenzuckerlösung) tropfenweise an den Schnabelrand träufeln. Die Flüssigkeit wird dann ebenso aufgenommen.


Unterbringung: Schaffen Sie einen sicheren “Raum”. Einen Käfig mit einer Art Höhle, wie zum Beispiel einen halbliter Joghurteimerchen (auf die Seite gelegt) mit etwas Zewa, oder einen umgelegten Blumentopf. Das ist der Rückzugsraum.
Statt eines Käfigs kann es auch eine Katzentransportkiste sein. Wenn beides nicht vorhanden ist, ist Kreativität gefragt. Hiflsmittel wäre zum Beispiel ein Schuhkarton. Wichtig bei allem, der Vogel erhält einen sicheren und ruhigen Platz. Denken Sie auch daran, wenn Sie Katzen haben, einen katzensicheren Platz auszusuchen.


Weiteres zur Nahrung:
Hier muß man zwischen Jungvogel und Altvogel unterscheiden.
Als Jungvogel bezeichnet man einen Nistling, oder einen Vogel, der gerade flügge ist.
Die Nahrung zwischen Jungvogel und Altvogel ist grundsätzlich unterschiedlich.
Während der Altvogel eher ein Allesfresser/Körnerfresser ist, benötigt der Jungvogel Insekten (eiweißreiche Nahrung).


Es ist Wochenende, Sie haben kein Zoogeschäft in der Nähe und Fliegenfangen ist nicht besonders erfolgreich, so kann man sich mit einem hartgekochten und zerdrückten Ei behelfen, ebenso mit etwas Katzenfutter.
Mit einer Pinzette das Futter, wenn der Jungvogel nicht aus Hunger bereits selbst das Futter aufnehmen will. um den Schnabel streichen, bis der Schnabel aufgeht.
Verfüttern Sie nicht wahllos Raupen und Spinnen. Viele davon leben im Magen weiter und fressen sich durch die Innereien. Der Raupe den Kopf abzudrücken.

Handelt es sich um einen Altvogel, so können Sie sich wesentlich leichter behelfen, bis Sie entsprechendes Futter aus dem Fachhandel besorgen können.
Etwas Brot zusammengedrückt oder etwas angefeuchtet oder Brotkrümel sind die Wahl der Ersten Hilfe.

Will der Vogel (jung oder Alt) über Stunden keine Nahrung zu sich nehmen, so ist ein Gang zum Tierarzt notwendig.

Haben Sie die Möglichkeit in einem Zoogeschäft Futter zu kaufen, so besorgen Sie sich das entsprechende.

Vergessen Sie nicht Wasser zu reichen oder in den Käfig zu stellen. Wasser ist ebenso notwendig wie Nahrung.

 

Mobile "Wickelstube"

Ein guter Tipp kommt von meiner Schwester, die öfter Spatzen pflegt. Um nicht immer ans Haus gebunden zu sein, hat sie sich eine Transportkiste aus einem Schuhkarton hergestellt. Darin ist der Nistplatz, Futter, Wasser und Hilfsmittel untergebracht.

mobile Wickelstube_1 mobile Wickelstube_2 mobile Wickelstube_3



Bedenken Sie bei allem auch die rechtliche Situation. Ein Spatz, wie jeder Wildvogel, darf nicht unnötig lang in Gefangenschaft gehalten werden.
Auch wenn das Loslassen nicht immer einfach ist, so gehört es zum Leben und für den Vogel zum Überleben. Gut möglich, gerade wenn es ein Spatz ist, dass er sowas wie “treu” bleibt und immer wieder kommt.

 



Eine kleine Fotoserie über einen Spatz, der über Wochen großgezogen wurde.
Heute lebt er in Freiheit, kommt aber immer wieder vorbei, sucht die Nähe und geht auch gerne in seinen Käfig.

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